Der alte weisse Ladewürfel: wegwerfen oder weiterbenutzen?

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In der Schublade liegen drei weisse Würfel, ein schwarzer Samsung-Stecker und irgendein Netzteil ohne Aufschrift. Alle funktionieren noch. Und genau darin liegt das Problem: Sie funktionieren, aber sie können das, was ein heutiges Handy erwartet, technisch gar nicht.
USB-A kann kein Power Delivery
Schnellladen läuft heute über USB Power Delivery. Dabei handeln Ladegerät und Gerät kurz aus, welche Spannung fliessen soll, meist 9 oder 12 statt 5 Volt. Dieses Protokoll setzt eine USB-C-Buchse voraus. Ein USB-A-Anschluss kann es nicht, egal wie gut das Netzteil ist.
Damit bleibt ein USB-A-Ladegerät bei 5 Volt. Der alte Apple-Würfel liefert 5 Watt, bessere Modelle 10 bis 12 Watt. Ein iPhone lädt daran nicht kaputt, nur langsam. Ältere Android-Geräte mit Quick Charge kamen über USB-A auf bis zu 18 Watt, aktuelle Samsung-Modelle nutzen dafür aber ebenfalls USB-C.
| Alter USB-A-Würfel | USB-C mit 20 Watt | |
|---|---|---|
| Leistung | 5 bis 12 Watt | 20 bis 30 Watt |
| iPhone auf 50 Prozent | rund 90 Minuten | rund 30 Minuten |
| Tablet | lädt kaum bei Nutzung | lädt zuverlässig |
| Notebook | nicht möglich | ab 45 Watt möglich |
Wo die alten Netzteile weiterhin gute Dienste tun
Nicht alles muss schnell laden. Über Nacht auf dem Nachttisch ist die Ladezeit egal, dort ist der langsame Würfel sogar der schonendere Weg. Genauso bei Geräten, die ohnehin wenig ziehen:
- Ladeetui von Ohrhörern und Kopfhörern
- Bluetooth-Lautsprecher, Velolampe, Taschenlampe
- E-Reader und alte Tablets
- Als Gästeladegerät im Wohnzimmer, mit einem USB-A-Kabel daran
Wer nur ein einziges neues Netzteil kaufen will, nimmt eines mit 30 bis 45 Watt und einem USB-C-Anschluss. Damit lädt das Handy schnell und ein iPad ebenfalls. Warum diese Netzteile trotz mehr Leistung kleiner sind als die alten, erklärt GaN-Ladegeräte.
Wann ein Netzteil in die Entsorgung gehört
Alter allein ist kein Grund. Diese Zeichen dagegen schon: Das Gehäuse ist verfärbt oder wellig, der Stecker sitzt lose in der Dose, es knistert beim Einstecken, oder das Netzteil wird deutlich heisser als handwarm. Auch Netzteile ohne jede Aufschrift, ohne Herstellernamen und ohne Angabe von Volt und Ampere gehören aussortiert. Elektroschrott nimmt in der Schweiz jede Verkaufsstelle kostenlos zurück, auch ohne Neukauf.