Warum das Handy im Auto trotz Kabel leer wird

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Der Fall ist bekannt: eine Stunde Fahrt mit Navigation, das Telefon hängt am Ladegerät, und am Ziel hat es weniger Akku als beim Losfahren. Das Telefon ist nicht defekt. Es zieht in dieser Situation schlicht mehr Strom, als das Ladegerät nachliefert.
Was Navigation wirklich verbraucht
Drei Dinge laufen dabei gleichzeitig auf Anschlag: der Bildschirm bei voller Helligkeit, weil sonst nichts erkennbar ist; GPS und Mobilfunk im Dauerbetrieb; und die Kartendarstellung, die den Grafikchip beschäftigt. Zusammen sind das schnell 6 bis 8 Watt. Kommt im Sommer noch Hitze dazu, drosselt das Telefon zusätzlich das Laden, um den Akku zu schonen.
Ein altes Ladegerät mit 5 Watt liefert weniger, als in dieser Lage verbraucht wird. Die Differenz kommt aus dem Akku — der Ladestand sinkt, obwohl das Kabel steckt.
Welche Leistung reicht
| Leistung | Reicht für |
|---|---|
| 5–10 W (alte USB-A-Adapter) | Musik hören, Telefonieren — bei Navigation zu wenig |
| 20–30 W | Navigation mit vollem Bildschirm, Akku steigt langsam |
| 45 W und mehr | Telefon und Tablet gleichzeitig, oder Navigation plus Beifahrergerät |
Für ein einzelnes Telefon mit Navigation sind 20 bis 30 Watt der vernünftige Punkt. Mehr schadet nicht, bringt aber wenig — das Telefon nimmt ohnehin nur, was es annimmt.
Der zweite Verdächtige: das Kabel
Ein starkes Ladegerät nützt nichts, wenn das Kabel die Leistung nicht führt. Alte USB-A-Kabel aus der Schublade sind oft auf wenige Watt begrenzt. Für die volle Leistung braucht es ein USB-C-Kabel, das dafür ausgelegt ist.
Im Auto lohnt sich zusätzlich ein gewinkelter Stecker. Liegt das Telefon in der Halterung, steht ein gerader Stecker nach unten ab und wird bei jeder Erschütterung gebogen — das ist der häufigste Grund, warum Ladekabel im Auto nach einem halben Jahr wackeln.
Zwei Anschlüsse teilen sich die Leistung
Bei Mehrfach-Ladegeräten steht die Wattzahl für die Summe, nicht pro Anschluss. Ein 45-Watt-Adapter mit zwei Ports gibt an einem Gerät 45 Watt ab, bei zwei Geräten oft 25 plus 20. Wer regelmässig zu zweit unterwegs ist und beide Geräte laden will, rechnet das besser vorher durch. Hersteller wie UGREEN und Anker geben die Aufteilung in der Regel an.
Kabellos in der Halterung
Magnetische Halterungen mit induktivem Laden sind bequem, liefern aber typisch 7,5 bis 15 Watt und erzeugen dabei Abwärme — im Sommer hinter der Windschutzscheibe genau das, was das Telefon zusätzlich drosseln lässt. Wer lange navigiert, fährt mit Kabel zuverlässiger. Für kurze Strecken und Musik ist kabellos die angenehmere Lösung.
Und wenn es trotzdem nicht reicht
Bleibt der Akku selbst mit 30 Watt stehen, hilft das Naheliegende: Bildschirmhelligkeit eine Stufe runter, Telefon aus der Sonne nehmen, Hülle bei starker Wärme abziehen. Ein Telefon, das im Hitzeschutz steckt, lädt kaum noch — unabhängig davon, wie stark das Ladegerät ist.