Netzwerkkabel statt WLAN: wann sich das Kabel lohnt

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Die üblichen Vergleiche stellen Megabit gegen Megabit, und dabei sieht modernes WLAN oft besser aus als das Kabel. Genau deshalb führt der Vergleich in die Irre: Der Vorteil einer Kabelverbindung liegt nicht in der Spitze, sondern in der Konstanz.
Nicht schneller, sondern gleichmässiger
WLAN teilt sich das Funkspektrum mit den Nachbarn, mit der Mikrowelle und mit jedem weiteren Gerät im Haushalt. Die Bandbreite schwankt deshalb im Sekundentakt. Für eine Serie im Stream ist das egal — der Puffer gleicht es aus. Für eine Videokonferenz nicht: Dort zählt jede Verzögerung sofort, und aus Schwankungen werden Aussetzer und eingefrorene Bilder.
Ein Kabel liefert dagegen eine praktisch gleichbleibende Latenz. Es fühlt sich nicht schneller an, es fühlt sich ruhiger an. Wer viel in Sitzungen sitzt, merkt den Unterschied deutlicher als in jedem Geschwindigkeitstest.
Wo es sich wirklich auszahlt
- Videokonferenzen — der häufigste Fall im Homeoffice, und der klarste Gewinn.
- Grosse Uploads — Cloud-Backups, Videoschnitt, Fotoarchive.
- Gaming — nicht wegen der Bandbreite, sondern wegen der Latenzspitzen.
- Alte Wohnungen — dicke Wände, Betondecken, WLAN-Löcher im Arbeitszimmer.
Umgekehrt: Wer am Küchentisch Mails schreibt und abends streamt, braucht kein Kabel. Der Aufwand lohnt sich dort nicht.
Welche Kategorie du brauchst
Cat5e, Cat6, Cat7 — die Zahlen wirken wie eine Rangliste, in der Praxis unterscheiden sie vor allem die Abschirmung und die maximale Frequenz.
| Kategorie | Reicht für | Wann sinnvoll |
|---|---|---|
| Cat5e | 1 Gbit/s | genügt für praktisch jeden Schweizer Privatanschluss |
| Cat6 | 1 Gbit/s, kurze Strecken 10 Gbit/s | vernünftiger Standard, kaum teurer |
| Cat7 | 10 Gbit/s | besser abgeschirmt — sinnvoll neben Stromkabeln oder in Kabelkanälen |
Ehrlich gesagt: An einem 1-Gbit/s-Anschluss macht Cat7 gegenüber Cat6 keinen messbaren Unterschied in der Geschwindigkeit. Der Grund für die höhere Kategorie ist die Abschirmung, wenn das Kabel längere Strecken parallel zu Stromleitungen läuft.
Wenn das Notebook keine Buchse hat
Die meisten aktuellen Notebooks haben keinen RJ45-Anschluss mehr — dafür ist das Gehäuse zu flach. Zwei Wege führen trotzdem ans Kabel:
- USB-C-auf-RJ45-Adapter — klein, günstig, bleibt im Rucksack.
- Hub oder Dockingstation — die meisten bringen die Buchse ohnehin mit, wenn ohnehin ein Monitor angeschlossen wird.
Bei UGREEN etwa gehören Ethernetkabel, Adapter und Docks zum selben Sortiment, was das Zusammenstellen erleichtert. Wichtig ist nur, dass der Adapter Gigabit unterstützt — ältere und sehr billige Modelle sind auf 100 Mbit/s begrenzt, und das ist heute langsamer als das WLAN, das man ersetzen wollte.
Ein Kabel, das man nicht sieht
Der häufigste Grund, warum es beim guten Vorsatz bleibt, ist das Kabel quer durch die Wohnung. Flachbandkabel lassen sich unter Teppichkanten und Türschwellen verlegen, und ein zwei Meter langes Kabel vom Router zum Schreibtisch nebenan ist selten das Problem. Erst ab etwa zehn Metern lohnt es sich, über Kabelkanäle oder Powerline nachzudenken.